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"Brazilianess" – Ein Interview mit Maurício Arruda

Wenn Maurício Arruda über seine Arbeit spricht, schwingt Begeisterung in seiner Stimme mit. Das Apartment des Architekten und Designers liegt auf einer der größten Straßen von São Paulo, die Paulista Avenue. Das rege Stadtleben spiegelt sich in seiner Einrichtung wieder: neue Möbel treffen auf alte Möbel, Eigenproduktion auf Flohmarktfunde, unterschiedlichen Farben auf unterschiedlichen Materialien. Alles Lieblingsstücke, die Maurício Arruda über Jahrzehnte gesammelt hat. Was erwartest du von Design? Ich möchte etwas entwerfen, worin sich die Leute verlieben. Etwas, das nicht weggeworfen wird.

Etwas, das viele Generationen in der Familie überdauert. Wir fragen uns im Büro immer: Wie können wir eine intensive Beziehung zwischen Kunde und Produkt schaffen? Der Kunde soll das Produkt auf eine völlig neue Weise erleben. Ich möchte nicht vorgeben, wie meine Möbel genutzt werden sollen, sie beschriften mit ‘Küche’ oder ‘Bad’. Das soll der Kunde selbst entscheiden. Meine Aufgabe ist es also, flexible Möbel herzustellen. Nur dann können sie dem Lauf des Lebens folgen. Dieses Jahr bin ich in eine kleinere Wohnung gezogen. Viele Sachen sind mit mir umgezogen, aber bekommen jetzt eine neue Aufgabe.

Das nenne ich offenes Design. Am Ende steht der Kunde und entscheidet über den letzten Schritt.
Zum Thema flexible Einrichtung: du hast einen Hang It All in deiner Küche… Der Hang It All von Eames war eines der ersten Sachen, die ich mir gekauft habe. Jetzt hängt er an meiner Küchentür und ich verstaue darin meine Einkaufstaschen. Ich mag die hellen Farben. In jeder neuen Wohnung setzte ich ihn anders ein, zum Beispiel hing er auch schon mal im Schlafzimmer. Das finde ich das Interessante daran.